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Schlussübung der Feuerwehr Binningen ganz im Zeichen des 150-Jahrjubiläums
Mit einem Rückblick auf die vergangenen 150 Jahre Geschichte der Feuerwehr boten die Feuerwehrleute in den Uniformen und Einsatzgeräten
der verschiedenen Epochen ein lustiges Unterhaltungsprogramm auf dem Dorfplatz, ganz zur Freude der vielen Zuschauer, welche die
Schlussübung mitverfolgten.

Zur Geschichte
Die Feuerwehr entstand vor 150 Jahren durch aktive Turner die sich zusammengefunden haben eine Rettung selber zu organisieren. Nach
diversen Sitzungen gründeten sie 1864 die Feuerwehr Binningen. Material wurde angeschafft, ein Spritzenwagen kam dazu, mit ersten Holzleitern
wurde geübt. Uniformen gab es damals noch keine. Man rückte in den Arbeitskleider an, mit Traktor und Anhänger. Einen Einblick in die damalige
Zeit bot der erste Auftritt der Feuerwehrmänner nach einem Alarm mit der Handsirene. Angerückt mit einer Eimerspritze wurde versucht, den
«Brand» zu löschen.

Für einmal war der Kommandant und sein Stellvertreter sowie ein weiterer Leutnant nicht gefragt und durften auf mit Luft gefüllten Sofas
Platz nehmen und das Geschehen mitverfolgen (die drei beenden Ende Jahr den Feuerwehrdienst).

Es folgte eine Vorführung der Binninger Feuerwehrautos mit den jeweiligen Einsatzmöglichkeiten, angeführt vom Tanklöschfahrzeug,
einem «Mercedes 1112 Allrad», das seit 1967 im Einsatz steht. Es war das erste Tanklöschfahrzeug (TLF) im Leimental und hatte damals viele
Einsätze bis ins hintere Leimental. Es folgten das Universallöschfahrzeug (ULF) «Ikarus» (1992), das Pionierfahrzeug (Pio) «Herkules II» (1997),
die Mannschaftstransporter «Fortuna» (2003) und «Aiolos» (2008). Den Schluss machte das seit 2013 im Einsatz stehende Hubrettungsfahrzeug
(HRF) «Helios». Die Feuerwehrmänner und -Frauen mit ihren entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugen und Uniformen führten in spassigen
«Aktionen» jeweils den entsprechenden Auftrag aus, wie etwa ein Chemieunfall oder das Auspumpen von gefüllten Gefässen mit grossen und
kleinen Saugern. Auch die Rettung einer verletzten Person aus dem oberen Stockwerk vom Margarethenschulhaus mit dem Hubretter durfte
nicht fehlen.

Rückblick und Beförderung
Mit einem bildlichen Rückblich auf das verflossene Jahr erläuterte Kommandant Thomas Cadruvi die verschiedenen Einsätze und Kurse.
121 Einsätze musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr bewältigen, wovon 28 wegen Insekten, 19 aufgrund von Oel/Chemie, 23 technische,
21 Feuereinsätze, 13 wegen Wasser und 4 wegen Sturmschäden. Leider gab es auch 13 Fehlalarme. In diesem Jahr mussten bereits 102
Einsätze ausgeführt werden.

Befördert werden konnten an der diesjährigen Schlussübung 6 Rekruten zu Soldaten, 4 Soldaten zu Gefreiten, 3 Gefreite zu Korporalen,
2 Korporale zum Wachtmeister und 2 Wachtmeister zu Leutnants.

Kommandowechsel in der Feuerwehr
Im Anschluss begrüsste Gemeinderat und Vorsteher der Feuerwehr, Daniel Nyffenegger, im Namen des Gemeinderates die zahlreichen
Freunde und Gäste, die Vertreter der Feuerwehren der benachbarten Gemeinden zur heutigen Übung. Mit einem Dank an das OK für
die erfolgreiche Organisation der 3 Jubiläumsanlasse, den Damen und Herren der Feuerwehr für den grossen Einsatz und speziell Kdt Thomas
Cadruvi und seinem Kader für ihr Engagement, der Ausbildung von jungen Kräften und für ihre Motivation jederzeit für den Ernstfall einsatzbereit
zu sein. «Die Gemeinde kann stolz sein auf das hohe Leistungsniveau der Binninger Feuerwehr». Leider musste er auch den Abschied von drei
Kaderleuten bekannt geben. Zum einen Leutnant Andreas Berger, zum anderen von Kdt-Stv Juri Toffol. Eingetreten im Jahre 1992 kletterte er die
verschiedenen Stufen hinauf und wurde schlussendlich 2001 zum Oberleutnant und zum Kdt-Stv ernannt. Total leistete er 21 Jahre Dienste in der
Feuerwehr, davon 15 Jahre als Feuerwehr-Offizier und 13 Jahre als Kommandant-Stv. Er absolvierte rund 50 Kurse und stand rund 4300 Stunden
im Einsatz für die Binninger Bevölkerung.

Auch Kdt Thomas Cadruvi war lange Jahre im Dienste der Feuerwehr. Eingetreten im Jahre 1986 stieg er Jahr für Jahr eine Stufe höher. Nebst
der Ernennung als IFA-Instruktor im Jahre 2000 wurde er im Jahre 2001 zum Hauptmann und Kdt der Feuerwehr Binningen ernannt. Er stand
insgesamt 28 Jahre im Dienste der FW Binningen. 20 Jahre als FW-Offizier, 14 Jahre als Instruktor und 13 Jahre als Kommandant. Hat
über 100 Kurse als Teilnehmer und Instruktor absolviert und stand rund 6000 Stunden im Einsatzdienst. Thomas Cadruvi war in dieser langen
Zeit stets ein zuverlässiger und pflichtbewusster FW-Mann und ein allseits geschätzter Kamerad. Er legte stets grossen Wert auf die Ausbildung
seiner Truppe und die Nachwuchsplanung und verfolgte die Weiterentwicklung mit der Neuausrichtung der FW im Kanton genau.

Im Namen des Gemeinderates bedankte sich Daniel Nyffenegger bei den drei Scheidenden für die langjährigen und gewissenhaften Einsätze
zum Wohle der Binninger Bevölkerung und wünschte ihnen für den weiteren Lebensweg viel Glück und Erfolg.

Neues Kommando
Zum neuen Kommandanten der Feuerwehr Binningen ernannte Daniel Nyffenegger im Namen des Gemeinderates Michael von Ins als
Hauptmann und zu dessen Stellvertreter Reto Gräflin als Oberleutnant. Beide werden ihre Funktion am 1. Januar 2015 antreten.
Herzliche Gratulation.


Quelle: Binninger Anzeiger Ausgabe 39/2014

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