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150 Jahre Feuerwehr Binningen
Zusammen mit dem Binniger Märt war auch der Start der Feuerwehrausstellung und den Aktivitäten der Jugendfeuer- wehren von Allschwil, Klus
und Rheinfelden, die mit einem Dreifach-Angriff ihr bereits gelerntes zeigen konnten. Die Brandannahme war ein Holzstapelbrand, und
unmittelbar daneben gelagerte Fässer mit undefiniertem Inhalt. Kurz nach dem Eintreffen des Feurwehr-Autos wurden nach Angaben des
Einsatzleiters zwei Stammleitungen mit Verteilstücken verlegt, weitere Leitungen zum Vorrücken auf den Brandherd wurden angeschlossen.
Mit zwei Rohren wurden die links und rechts vom Brand stehenden Fässer mit Was- ser gekühlt, während mit weiteren zwei Schaumrohren der
Holzstapelbrand gelöscht werden konnte. Zur Sicherheit der im Einsatz stehenden Feuerwehr- leute wurden zwei weitere «Feuerwehr- Männer»
mit Staublöschern ausgerüstet. Der Brand war innert kürzester Zeit gelöscht.

Ein Programm für Kinder und Familien war auf dem Margarethenturnplatz angesagt. Mit lustigen Übungen, ebenfalls von den Jugend-
feuerwehren betreut, konnten die Kleinen sich mit Wasser und Strahlrohr vertraut machen, indem sie aus einer gewissen Distanz versuchen
mussten, die im Fenster sichtbaren Feuer zu löschen, oder aufgestapelte Büchsen von einen Tisch hinunter spritzen. Mit Hydraulikwerkzeug
konnte mit viel Gefühl versucht werden, einen Mohrenkopf ab einen Sockel zu heben. Nicht alle konnten anschliessend normal gegessen werden.
Auch die Samariter von Binningen waren mit ihrem Mopsi auf dem Turnplatz anwesend und versuchten die Besucher zu animieren, sich an den
liegenden Puppen mit der Reanimation zu üben. Und die Betriebsfeuerwehr des Kantonsspitals Bruderholz demonstrierte im Treppenhaus der
Margarethenturnhalle eine Matratzenrettung mit nicht mehr gehfähigen Personen.

Die Polizei Baselland war nicht nur mit einem Infostand auf dem Platz. Ver- schiedene Einsätze mit ihren Hunden wurden vordemonstriert. Ein
Suchhund konnte trotz der vielen verschiedenen Spuren und Gerüche auf Grund einer verlorenen Jacke die Spur der flüchtigen Kinds-
entführerin aufnehmen und auch rasch ausfindig machen. Auch der Drogenspürhund konnte die drei in einem Personenwagen versteckten
Drogen, teils hermetisch verpackt, kurzfristig ausmachen, während ein weiterer Hund mit einem Handtaschenräuber, kurzen Prozess machte
und ihn am Bein schnappte und auf den Boden zwang.

Um 17.00 Uhr dann der Apéro für die Bevölkerung und die offiziellen Festansprachen im Feuerwehrmagazin, mit musikalischer Begleitung der
Feuerwehrmusik Basel.

Einwohnerratspräsident Stefan Kaiser gratulierte im Namen des gesamten Einwohnerrats zum 150-jährigen Jubiläum. Er meinte, dass es
heutzutage nicht selbstverständlich ist, seine Freizeit zum Wohle der Allgemeinheit zu opfern. Um die Einsatzbereitschaft zu garantieren
braucht es nicht nur Feuerwehrfrauen und -männer, sondern ebenfalls modernes Arbeitsgerät. Zudem hat die Politik noch ihre Finger im Spiel,
welche wohl den zu erfüllenden Auftrag definiert, jedoch nicht immer allen Wünschen der Feuerwehrangehörigen entsprechen kann. Wie die
Zukunft aussieht, kann niemand voraussagen. Folglich ist es ungewiss, ob die Feuerwehr Binningen weitere 150 Jahre als unabhängige
Organisation vor sich hat, oder ob sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändern werden. Heute aber ist es an der Zeit auf vergang-
enes mit Stolz zurückzublicken und den Moment des Jubiläums mit diesem Fest zu geniessen. Für Gemeindepräsident Mike Keller war es eine
ganz grosse Ehre, am heutigen Anlass dabei zu sein. Er überbrachte im Namen des Gemeinderats den Feuerwehrleuten den Gruss und den
ganz grossen Dank für den riesigen Einsatz und das grosse Engagement. «Viele von uns kennen die Feuerwehr nur von solchen Anlässen wie
heute, und das ist auch schön so. Ich hoffe, dass die Feuerwehr in Binningen nur ganz selten zu ernsthaften Einsätzen kommt und wenn, dann
sind wir alle sehr froh, wenn sie effizient und rasch handelt. Wir können alle froh sein, dass in Binningen sich so viele freiwillig zur Verfügung
stellen für die Sicherheit der Binninger Bevölkerung». Als weiterer Redner bedankte sich Oberst Werner Stampfli, Feuerwehrinspektor des
Kantons BL für den herzlichen Empfang. Er meinte die Feuerwehr Binningen hat sich seit der Gründung massiv verändert, doch die Entwicklung
geht weiter.

Er wünschte der Feuerwehr Binningen im Namen der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung weiterhin alles Gute und dankte für die
vielen geleisteten Einsätze und die gute Zusammenarbeit. Das Schlusswort hatte dann Thomas Cadruvi, Kommandant der Feuerwehr Binningen.
Er meinte dass 150 Jahre in der heutigen Schnelllebigkeit eine nahezu unvorstellbare lange Zeit ist. Und genau so lange gibt es die Feuer-
wehr Binningen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit sein muss, in den vielfältigen Notsituationen zu helfen. Eine Feuerwehr gilt in der
heutigen Gesellschaft immer mehr als erste Adresse für Hilfesuchende, und trotz der Komplexität und Vielfalt mit denen die Einsatzkräfte dabei
oftmals konfrontiert werden, sind es doch hauptsächlich Freiwillige, welche diese Aufgaben erfüllen und nebst ihrer beruflichen Laufbahn und
familiärem Leben sich intensiv dem Betätigungsfeld der Feuerwehr widmen. Und dies nahm er auch zum Anlass, allen Mitgliedern der Feuerwehr
Binningen für ihre Leistungsbereitschaft und ihren Einsatz den besten Dank und Anerkennung auszusprechen. Ein Dank ging auch an das 3-köpfige OK des Festes mit Andreas Flück als Ok-Präsident, der auch durch den offiziellen Festakt führte.

Quelle: Binninger Anzeiger, Ausgabe 19/2014

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